Bastian Schweinsteiger wirbt für Automatenwirtschaft und muss dafür Kritik einstecken

05.11.2018

Bastian Schweinsteiger wirbt für Automatenwirtschaft und muss dafür Kritik einstecken
Es ist nicht auf Anhieb ersichtlich, wofür das aufwendig gemachte Schwarz-Weiß-Video eigentlich wirbt, obwohl auffällig oft von Regeln und Fairness gesprochen wird.
Der, der da spricht und auch zu sehen ist, ist Bastian Schweinsteiger. Der ehemalige Bayern-Spieler und WM-Held soll in einer großangelegten Aufklärungskampagne das Image der Spielhallen aufpolieren und muss dafür nun kräftig Kritik einstecken.


Video: In diesem Clip der Deutschen Automatenwirtschaft versucht Bastian Schweinsteiger das Image von Spielhallen aufzuwerten.

 

Seit dem 17. Oktober wird der Clip, in dem Bastian Schweinsteiger sich selbst als Sportler präsentiert, auf allen Kanälen gezeigt. Hinter der subtilen Kampagne steckt "Die Deutsche Automatenwirtschaft", ein Lobbyverband von Spielautomatenherstellern und Spielhallenbetreibern. Sechs Wochen lang wird der Imageclip auf 482 Kinoleinwänden in allen Landeshauptstädten gezeigt. Hinzu kommen TV- und YouTube-Werbung, Anzeigen auf Nachrichtenportalen und 3.500 Plakate in ganz Deutschland.

Schweinsteiger soll Schmuddel-Image aufbessern

Ziel der Automatenwirtschaft ist es, etwas gegen das Schmuddel-Image zu tun, das die Spielhallen haben. Und das lässt man sich offenbar einiges kosten. Allein die Verpflichtung von Bastian Schweinsteiger dürfte ein Millionensümmchen gekostet haben und auch die breite Streuung der Kampagne ist nicht gerade billig.

Als Medienprofi mit versiertem Management dürfte Fan-Liebling Schweinsteiger durchaus bewusst gewesen sein, dass er für sein neues Engagement nicht nur Lob ernten wird. Mittlerweile hagelt es für den Botschafter der Deutschen Automatenwirtschaft von vielen Seiten heftige Kritik.

BZgA sieht Vorbildfunktion verletzt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beispielsweise ist der Meinung, dass bekannte Sportler wie Bastian Schweinsteiger eine Vorbildfunktion in der Suchtprävention übernehmen müssten statt für das Glücksspiel zu werben. Schweinsteiger, der erst im August den Bayerischen Verdienstorden von Ministerpräsident Markus Söder überreicht bekam, sagt in dem Videoclip: "Eine Hand voll Regeln, mehr braucht man nicht. Und innerhalb dieser Regeln ist alles möglich."

Die Automatenwirtschaft hat mit immer mehr Regeln zu kämpfen, was ihr offenkundig nicht passt. Noch relativ frisch ist die Regelung des Mindestabstandes zwischen den Spielhallen, der je nach Land und Kommune mit 100 bis 500 Metern unterschiedlich ausfällt.

Am 11. November tritt dann die neue Spielverordnung in Kraft. Um Spieler weiter vor Glücksspielsucht zu schützen, gibt es zahlreiche neue Regeln. So müssen Spielautomaten ihre Konsumenten zu längeren Pausen zwingen, damit Haus und Hof nicht in einem Rutsch verspielt werden können. Auch das Spielen an mehreren Geräten gleichzeitig gehört bald der Vergangenheit an. Die Verlustgrenze wird von bisher 80 auf zukünftig 60 Euro gesenkt. Auch beim Gewinn müssen Einschnitte hingenommen werden: In Kürze sind maximal 400 statt 500 Euro pro Stunde möglich, heißt es in einem Bericht von Jens Pfeifer auf BesterCasinoBonus.com.

 

Auch auf Facebook Kritik für Schweinsteiger

Es sind auch, aber nicht nur diese Verschärfungen, die Zocker zunehmend ins Internet abwandern lässt. Wurden im Internet 2006 nur fünf Prozent der Bruttospielerlöse der deutschen Glücksspielindustrie erwirtschaftet, sind es heute bereits 20 Prozent. Tendenz ganz klar steigend.

Im Spot gibt auch Bastian Schweinsteiger zu: "Natürlich geht es immer um gewinnen oder verlieren." Das Bankkonto des mittlerweile bei Chicago Fire spielenden Fußballprofis dürfte gewonnen haben, sein Ansehen aber könnte leiden. Auf der Facebook-Seite von Schweinsteiger machen sich auch die Fans mit Kritik bemerkbar. So schreibt eine Dame als Kommentar unter ein Bild: "Dank auch an die Automatenindustrie, die dein Gehalt mit dem Geld Tausender Spielsüchtiger aufbessert... #verkauft".

Ob "Die Deutsche Automatenwirtschaft" mit dem Video tatsächlich das erreicht, was sie vor hatte, wird sich erst noch zeigen. Wenn der Werbebotschafter die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, geht die Marke dahinter schnell unter. Schweinsteiger, der sich zu dem Thema bisher nicht geäußert hat, dürfte die ganze Sache aussitzen. Nach zwei Monaten ist die Kampagne beendet und wenig später wahrscheinlich wieder vergessen.  

Fanreport Redaktion
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