Roman Wallner: „Bin ein ungeduldiger Mensch“

23.04.2019

Roman Wallner Fotocredit: Foto by Hofer / Christian Hofer
Kult-Kicker Roman Wallner lässt im fanreport.com-Interview seine Karriere Revue passieren. In Teil eins spricht der ehemalige Goalgetter über seine Stationen Rapid, Hannover 96 und Austria Wien - und verrät seine Pläne für die Zukunft.
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fanreport.com: Roman, du hast mit 37 Jahren mitten unter der Saison einen Schlussstrich unter deine aktive Karriere gesetzt. Was waren deine Beweggründe dafür?

Roman Wallner: Ich habe schon länger überlegt. In der Vorsaison hatte ich schon einige kleine Wehwehchen und es ist für mich vom Körperlichen her einfach immer mühsamer geworden. Dadurch dass Grödig in der Regionalliga West im Frühjahr weder gegen den Abstieg, noch um den Aufstieg spielt, habe ich für mich entschieden, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt fürs Aufhören ist. Die Entscheidung war also kein Schnellschuss, es war vielmehr ein schleichender Prozess.

fanreport.com: Hast du schon konkrete Vorstellungen, was du in Zukunft machen wirst?

Wallner: Ich habe bislang mein ganzes Leben im Fußball verbracht, deswegen möchte ich auch in Zukunft dem Fußball erhalten bleiben. Ich finde die Vorstellung als Trainer zu arbeiten ebenso interessant wie einen Posten im Management. Es gibt viele Möglichkeiten, die ich mir offen lasse. Wo meine Zukunft dann genau liegt, wird sich weisen.

fanreport.com: Wie hast du dich für die Karriere danach vorbereitet?

Wallner: Ich besitze die A-Lizenz, dazu habe ich ein Medien- und Kommunikationstraining absolviert und jetzt habe ich in ein Sportstudium in der deutschen Sportakademie angefangen.

fanreport.com: Du hast selbst unter zahlreichen Trainer gespielt. Von wem hast du dir da am meisten mitnehmen können?

Wallner: Das stimmt, ich hatte viele Trainer - manche waren besser, manche schlechter, aber das ist natürlich auch meine subjektive Sicht. Ich glaube, dass man sich von jedem Trainer etwas abschauen kann. Sportlich habe ich viel von Ivica Osim und auch Hans Krankl gelernt. Im Nachinein ärgere ich mich, dass ich es als Spieler verpasst habe, mehr Notizen zu machen.

fanreport.com: Dein Stern ist in jungen Jahren bei Rapid aufgegangen. War das rückblickend betrachtet deine sportlich schönste Zeit?

Wallner: Bei Rapid habe ich mich erstmals im Profibereich durchgesetzt. Für mich war es toll zu sehen, dass ich es im Profibereich auch schaffen kann, denn der Sprung von Jugend- zum Erwachsenenfußball ist ein sehr großer, an dem auch viele scheitern. Bei Rapid hatte ich eine sehr schöne Zeit, leider haben wir es damals nicht geschafft, einen Titel zu holen. Ich möchte aber keinen bestimmten Verein herausheben, weil es mir eigentlich überall gefallen hat, obwohl ich natürlich auch negative Erfahrungen gemacht habe.

fanreport.com: Von Rapid hast du den Sprung nach Deutschland gewagt und bist zu Bundesligist Hannover 96 gewechselt. Warum hat es für dich rückblickend betrachtet dort nicht geklappt?

Wallner: Damals war es ziemlich schwierig ins Ausland zu kommen. Im Nachhinein betrachtet, glaube ich, dass ich es einfach nicht erwarten konnte, zu spielen. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Mir haben auch das Vertrauen und die Unterstützung des Trainers gefehlt. Wenn du immer nur kur eingewechselt wirst und dann auch kein Tor machst, ist es auch nicht so leicht.

Die Voraussetzungen waren auch nicht ideal. Im Jahr vor meinem Wechsel nach Hannover hatte ich keine gute Saison, habe mich mit Verletzungen herumgeschlagen und nicht so viele Tore geschossen. Ich kann mich an ein Gespräch mit Didi Kühbauer erinnern, der mir dazu geraten hat nicht zu wechseln und gemeint hat, ich soll vorher noch einmal eine gute Saison in Österreich spielen. Aber ich wollte unbedingt die Chance wahrnehmen und ins Ausland gehen.

fanreport.com: Zurück in Österreich bist du später bei der Rapid-Rivale Austria Wien gelandet. Was waren deine Beweggründe für den Schritt?

Wallner: Ich war damals vorher bei der Admira, wo es mit dem iranischen Investor sehr chaotisch zugegangen ist. Ich bin noch dazu zu den Amateuren verbannt worden. Ich wollte dann den Verein unbedingt verlassen. Mein erster Ansprechpartner war damals Rapid, wo mir aber mitgeteilt wurde, dass der Verein keinen Bedarf hätte. Wenig später kam das Angebot von der Wiener Austria. Peter Stöger hat mir zu verstehen gegeben, dass er mich unbedingt holen will.

Ich hab dann meine Bedenken geäußert, weil ich ja doch ein Ex-Rapidler war. Aber die Gespräche waren positiv und ich hatte das Gefühl, dass man mich dort wieder aufbauen würde, darum habe ich dem Wechsel zugestimmt. Am Anfang war es natürlich nicht so angenehm für mich, aber im Laufe der Zeit hat es sich dann zum Positiven gewendet. Als ich später mit anderen Vereinen bei der Austria aufgelaufen bin, war das eines der wenigen Stadien, wo keiner geschimpft hat (schmunzelt).

>>> JETZT WEITERLESEN: IN TEIL 2 SPRICHT WALLNER UNTER ANDEREM ÜBER SEINE KARRIERE-HIGHLIGHTS UND DEN HANS-KRANKL-SAGER <<<

Johannes Posani
Johannes Posani - Administrator
johannes.posani@fanreport.at

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