Von Schwechat nach Sydney

19.08.2015

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Robin Freiberger tauschte die Regionalliga mit australischer 3. Liga!
11teamsports
Austria & Australia - immer wieder für eine Verwechslung gut. Oder auch für einen Vereinswechsel! Ob es die Nähe seines Vereins zum Flughafen, das durch Marc Janko erarbeitete Standing österreichischer Kicker in Australien war oder der Transfer vom SV Schwechat zu den Northern Tigers aus ganz anderen Gründen zustande kam, verriet uns Kicker Robin Freiberger (19), den es nach Down Under in die dritte australische Liga verschlug. Was das alles mit Stefan Maierhofer und einem ehemaligen Austria Wien-Coach zu tun hat, ist ebenso im folgenden Interview zu lesen.

fanreport.com:
Du bist von Schwechat - Verein sowie Flughafen - nach Sydney Australien. Wie kam es zu dem doch eher außergewöhnlichen Schritt?

Das Spiel an sich ist wesentlich härter und körperbetonter als bei uns.
Robin Freiberger über den australischen Fußball
Robin Freiberger: Als mein Vertrag in Schwechat ausgelaufen ist, hatte ich einige Anfragen von Vereinen aus der Regionalliga. Außerdem stand ein Wechsel zum deutschen Regionalligisten Waldhof Mannheim im Raum, da hatte ich zuvor ein Probetraining absolviert und anscheinend keinen so schlechten Eindruck hinterlassen. Als dann die Anfrage vom ehemaligen Austria Wien-Trainer Mark McCormick kam, in Zukunft in seinem Team, für die Northern Tigers, in Sydney zu spielen, musste ich nicht wirklich lange überlegen. Wie oft bekommt man in seinem Leben schon die Chance in Australien spielen zu dürfen? Natürlich gab es lange Gespräche mit meinen Eltern, Sydney ist ja schließlich nicht gerade um's Eck. An diesem Punkt möchte ich mich auch bei meiner Agentur und meinen Beratern rund um Stefan Maierhofer, der "Sportscon GmbH" bedanken, ohne die wäre dieser Wechsel wahrscheinlich nicht so reibungslos über die Bühne gegangen.

fanreport.com: Im Land der Surfer schnürst du nun die Fußballschuhe. Was waren die ersten Eindrücke von Land und Leute? Noch wichtiger, wie hast du dich eingefunden? 

Robin Freiberger: Sydney ist unglaublich, alles ist so enorm riesig. Abgesehen davon, dass Sydney dreimal so viele Einwohner hat als Wien, sind die Menschen dort sehr nett, hilfsbereit und aufgeschlossen. Der Verein als auch meine Mitspieler haben mich von Anfang an positiv aufgenommen und mir dabei geholfen schnell Fuß zu fassen. Mittlerweile habe ich so gut wie alle Sehnswürdigkeiten besichtigt, habe ein Känguru gestreichelt und habe Surfen gelernt. Ich habe mich nicht nur eingefunden, sondern bin schon quasi ein Australier.


fanreport.com: Wo liegen deiner Meinung nach grundlegende Unterschiede im Fußball zwischen Österreich und Australien?
 
Robin Freiberger:
Fußball hat zwar noch nicht den Stellenwert wie bei uns in Europa, ist aber voll im Kommen. Die Plätze bzw. Stadien sind perfekt, außerdem hat jeder Verein aufgrund der Regenzeiten Kunstrasenplätze der neuesten Generation. Das Spiel an sich ist wesentlich härter und körperbetonter als bei uns. Das kommt mir nicht ungelegen. Oft sind Fouls dabei, da würde bei uns jeder Schiedsrichter die Rote Karte zeigen bzw. die Spieler würden durchdrehen und aneinander geraten, hier ist das einfach normal. Die Mannschaften in der 3. australischen Liga haben so ziemlich dasselbe Niveau wie in der Regionalliga in Österreich.

fanreport.com: Während du ca. 16.000 Kilometer von zuhause entfernt bist, befindet sich die Regionalliga Ost wohl in der heißesten Saison. Verfolgst du das Geschehen deiner ehemaligen Liga?

Robin Freiberger:
Robin & Horst Freiberger
Horst Freiberger besuchte Bruder Robin in Sydney
Natürlich verfolge ich die heimischen Ligen aufmerksam, insbesondere die Regionalliga Ost. Ich schreibe und telefoniere fast täglich mit meinen Freunden in Österreich. Meiner Meinung nach haben wir heuer eine der stärkste Regionalligen, die es je gab. Aufgrund des Direktaufstieges und vieler namhafter Transfers wird es besonders spannend.

fanreport.com: Wer ist dein Favorit auf den Titel und was traust du deinen ehemaligen Teams SC Ritzing, den Admira Juniors und SV Schwechat speziell zu?

Robin Freiberger: Ich wünsche natürlich meinen Ex-Vereinen, Admira Mödling, SC Ritzing, SV Schwechat und insbesonders meinen dort spielenden Freunden alles Gute und viel Erfolg. Heuer wird es, glaube ich, einen spannenden Dreikampf zwischen SV Horn, Vienna und SC Ritzing geben. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich der SV Horn zum Schluss durchsetzen wird.

fanreport.com: Apropos Schwechat - man bezeichnet sich dort als geilsten Club der Welt? Kannst du das bestätigen bzw. was macht die spezielle Atmosphäre dort aus?

Anfang Oktober komme ich nach Österreich zurück, ob auf Heimaturlaub oder längerfristig, wird sich zeigen.
Robin Freiberger zu seiner Zukunft
Robin Freiberger: Bereits vor einigen Jahren als mein Bruder Horst noch bei Schwechat spielte, verfolgte ich fast jedes Match. Ich durfte bereits das eine oder andere Mal mittrainieren und letztes Jahr war ich dann selber ein Teil dieser Mannschaft. Leider ist die Saison für mich damals nicht so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Dennoch muss ich sagen, der Zusammenhalt, das Klima in der Mannschaft, die Funktionäre als auch das Umfeld sind dort einzigartig.

fanreport.com: Wie war es eigentlich mit dem eigenen Bruder in Ritzing zu spielen? Haltet ihr euch laufend up-to-date (über die Norhtern Tigers bzw. den SV Wimpassing)?

Robin Freiberger:  Das war einfach nur geil, was das angeht eine wirklich sehr coole Zeit. Ich habe in einer super Mannschaft gespielt mit sehr erfahrenen Spielern, einschließlich meinem Bruder. In dieser Zeit habe ich viel gelernt, speziell von Horst. Ich glaube, dass alle fußballspielenden Geschwister irgendwann im Laufe ihrer Karriere zusammenspielen wollen. Wir standen leider viel zu wenig zur gleichen Zeit auf dem Platz. Ich hätte gerne öfter mit ihm gemeinsam gespielt. Ich telefoniere und schreibe täglich mit beiden Brüdern. Sie sind sehr interessiert an meinem Abenteuer hier in Australien, selbstverständlich sorgen sie sich auch um mich und ich bekomme ihre vollste Unterstützung. Ebenso bin ich stolz solche Eltern zu haben, welche mir voll und ganz vertrauen, an mich glauben und mir den Rücken stärken. Natürlich halte ich auch meine restliche Familie und Freunde auf dem Laufenden. Mein Bruder Horst überraschte mich vor einigen Wochen und besuchte mich in Sydney. Er trainierte dreimal mit meiner Mannschaft und absolvierte sogar ein Trainingsspiel. Das erinnerte mich an unsere gemeinsame Zeit in Ritzing. 

fanreport.com: Hast du schon 1. Liga-Spiele in Australien verfolgt?

Robin Freiberger: Die Spiele der A-League habe ich natürlich ebenfalls verfolgt. Insbesondere die Spiele von Sydney FC mit Marc Janko (bis zu seinem Wechsel).

fanreport.com: Besteht die Gefahr, dass du in Australien das Leder mit Neopren, den Ball mit dem Surfbrett eintauschst?

Robin Freiberger (lacht): Leider nein! Ich bin zwar oft und gerne am Bondi Beach um fleißig zu üben, aber noch hat mich kein Wellenreiter-Talente-Scout entdeckt! Außerdem habe ich Angst vor Haien.

Ich glaube, dass alle fußballspielenden Geschwister irgendwann im Laufe ihrer Karriere zusammenspielen wollen.
Über seine Zeit mit Bruder Horst bei Ritzing
fanreport.com: Wann sehen wir dich dann wieder auf rot-weiß-rotem Fußballboden und wie sehen deine künftigen Ziele aus?

Robin Freiberger: Das kann ich leider noch nicht sagen. Die Northern Tigers sind schon an mich herangetreten und haben mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, meinen Vertrag zu verlängern und noch weitere Jahre in Sydney zu bleiben. Im Fußballgeschäft geht alles so unglaublich schnell, dies habe ich in den letzten Jahren selbst miterlebt. Derzeit führen wir die Tabelle in der 3. Liga an und sind auf dem besten Wege uns für die Play Off-Spiele Ende September zu qualifizieren. Mein primäres Ziel ist es mit den Northern Tigers den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse zu fixieren. Ich bin davon überzeugt, dass wir das auch schaffen werden. So wie es aussieht, werde ich dann Anfang Oktober nach Österreich zurückkommen, ob auf Heimaturlaub oder längerfristig, wird sich zeigen.

fanreport.com: Könntest du dir vorstellen in Australiens erster Liga zu spielen und dort zu bleiben?

Robin Freiberger:
Wenn ich mir das nicht vorstellen könnte, wäre ich definitiv fehl am Platz. Wie jeder Fußballspieler träume auch ich davon, einmal ganz oben zu spielen, dafür gehe ich jeden Tag trainieren. Es ist immer schwer, wenn man nicht Zuhause ist, aber hier in Sydney habe ich ein sehr schönes und vor allem professionelles Umfeld. Mein Trainer Mark McCormick ist mit Sicherheit einer der Hauptgründe, warum ich mich hier so wohl fühle. Er kümmert sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon um mich. Ich hatte in meiner jungen Fußballerlaufbahn sehr viele Trainer, aber McCormick ist mit Sicherheit einer der Besten!

fanreport.com: Abschließend wollen wir dem Vereinsnamen noch etwas nachgehen - gibt es bei den Northern Tigers ein legendäres Tiger-Maskottchen oder ist dieser lediglich Teil des Namens?

Robin Freiberger: Nein, leider, noch habe ich bei uns im "Mills Park" kein Tigerbaby auf und ab laufen gesehen. Ich gehe der Sache aber sofort nach!

fanreport.com: Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute in Australien!

Paul Reiter
Paul Reiter - Administrator
paul.reiter@fanreport.at

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