Was wurde aus: Andreas Ibertsberger?

16.02.2017

was wurde aus tbt andreas ibertsberger Fotocredit: Hintergrundfoto: Foto by Hofer/Christian Hofer
Die neue Interviewserie "Was wurde eigentlich aus?" startet mit Andreas Ibertsberger!
Sportkabine
Andreas Ibertsberger, Publikumsliebling bei Austria Salzburg, Herbstmeister in der Deutschen Bundesliga mit Hoffenheim, 14-facher Nationalteamspieler und jetzt? Der 34-Jährige gibt seine Erfahrung mittlerweile an die nächste Generation weiter. Der ehemalige linke Außenverteidiger steht seit gut 2 ½ Jahren als Co-Trainer der U23 bei der TSG Hoffenheim an der Seitenlinie. Wir haben uns mit dem sympathischen Salzburger ausführlich über sein Karriereende, seine aktuelle Tätigkeit, die Zukunft und Austria Salzburg unterhalten.

fanreport.com: Andreas Ibertsberger im Trainerstab – war das immer schon ein Job den du dir vorstellen konntest bzw. dein Ziel?

Die Chance in Hoffenheim konnte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen
sagt A. Ibertsberger über das Angebot in Hoffenheim

Ja es war schon immer im Hinterkopf, aber wirklich geplant habe ich es nicht. Eigentlich wollte ich nach meiner aktiven Karriere die Ausbildung zum Fitness-Trainer machen, was ich auch drei Monate gemacht habe. Doch dann kam der Anruf von Bernhard Peters (Anm. damaliger Nachwuchskoordinator bei Hoffenheim) und die Chance in Hoffenheim konnte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen. Im Fußball kommt es eben immer anders als man denkt.

fanreport.com: Mittlerweile bist du 2,5 Jahre im Amt - Was waren die wichtigsten Erkenntnisse für dich bis jetzt als Trainer.

Es ist schon etwas ganz Anderes, wenn man auf der „anderen Seite“ steht. Für mich ist es eine extrem spannende Aufgabe. Ich habe mich in den letzten Jahren gut entwickelt und habe sehr viel für mich mitgenommen. Früher habe ich überhaupt nicht als Trainer gedacht. Ich war glücklich kicken zu können und hab mir über den Rest keine Gedanken gemacht. Wir sind ein junges Trainerteam und versuchen viel voneinander zu lernen. Dabei muss man natürlich sehr viel Zeit investierten.

fanreport.com: Wie viel kann man sich aktuell von Julian Nagelsmann, dem Cheftrainer der ersten Mannschaft abschauen?

Natürlich einiges, es ist sehr interessant zu sehen wie gut er mit der Mannschaft umgehen kann und einen erfrischenden Fußball spielen lässt. Noch schöner ist es natürlich, dass es jetzt auch richtig erfolgreich ist. Das ist auch wichtig für den ganzen Verein, wenn die erste Mannschaft Erfolg hat. Die Rückrunde wird mit Sicherheit noch sehr spannend. Vorallem sein System ist sehr interessant. Das 3-5-2 kennen einige unserer Jungs schon aus der A-Jugend, als sie unter Julian Nagelsmann gespielt haben. Wir versuchen die Jungs natürlich darauf vorzubereiten was sie bei den Profis erwartet.

fanreport.com: Wie darf man sich deine Tätigkeit als Co-Trainer vorstellen?

Ein großer Teil ist natürlich auch organisatorische Arbeit, ein bisschen wie ein Bürojob. Während der Meisterschaft ist man immer mit den Gegnern beschäftigt. Entweder man analysiert das Spiel aus der Vorwoche oder bereitet schon den Gegner vom kommenden Spieltag vor. Am Platz kümmere ich mich auch um die Standardsituationen. Und ein ganz wichtiger Teil ist die Kommunikation mit den Spielern.

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Andreas Ibertsberger bestritt insgesamt 172 Spiele in Deutschland 1. und 2. Bundesliga.
Fotocredit: Christian Hofer
 

fanreport.com: Fällt die Kommunikation mit den jungen Spielern auf Grund deines jungen Alters leichter?

Ich denke da ist nicht viel Unterschied zu älteren Trainer. Ein älterer Trainer hat dafür mehr Erfahrung als ich und kann einem Spieler genauso weiterhelfen. Sicher ist es für die Spieler ein netter Nebeneffekt, dass sie von zwei Ex-Profis trainiert werden. Wir haben das geschafft wohin sie wollen. Es ist einfach sehr spannend mit den Jungs zu arbeiten und zu sehen wie sie gewisse Dinge aufnehmen und sich weiterentwickeln.

fanreport.com: Wie sehen deine Ziele für die Zukunft aus, möchtest du in ein paar Jahren als Cheftrainer am Seitenrand stehen?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich fühle mich aktuell hier in dem Umfeld sehr wohl und es ist nicht mein ausgesprochenes Ziel Cheftrainer zu werden. Man entwickelt sich mit der Zeit ja auch weiter, also mal sehen was die Zeit bringt. Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn ich die nächsten 20 Jahre Co-Trainer bleibe.

fanreport.com: Mit 34 Jahre hast du bereits 2,5 Jahre Erfahrung als Trainer sammeln können, würdest du heute dennoch lieber als Spieler am Platz stehen?

Damals wäre ich schon noch gerne auf dem Platz gestanden, aber es gab einfach keine attraktiven Angebote. Ich hätte zwar die Möglichkeit gehabt nach Österreich zurückzukommen oder in den Norden zu wechseln, aber da war nichts Interessantes dabei. Ich wollte dann sesshaft werden und nicht noch irgendein Abenteuer machen wo das Geld gerade für die Miete reicht. Ab einem gewissen Alter ist es eben nicht mehr einfach etwas zu finden. Schlussendlich habe ich dann für mich einen Schlussstrich gezogen. Auch wenn ich jetzt im Training ab und zu noch mitspiele wenn Not am Mann ist und es sehr Spaß macht, ich kann mit meiner Entscheidung gut leben.

fanreport.com: Eine Rückkehr nach Österreich in den Amateurfußball beispielsweise hätte dich nicht gereizt?

Meine Frau ist selbstständig und wir fühlen uns hier wirklich sehr wohl. Ich hätte die Familie verlassen und pendeln müssen, das war es mir einfach nicht wert. Da hätte schon ein sehr gutes Angebot kommen müssen.

fanreport.com: Im österreichischen Amateurfußball befinden sich mittlerweile auch wieder Austria Salzburg. Bis Jänner 2005 hast du selbst für die Violetten gespielt – verfolgst du die Entwicklung in Salzburg noch?

Mittlerweile nur mehr sehr peripher. Ich habe natürlich noch ein paar Kumpels in Salzburg, mittlerweile arbeitet da aber auch niemand mehr im Verein. Es ist schade, dass es sich mit dem Stadion dann nicht ganz ausgegangen ist und sie wieder abgestiegen sind. In der Regionalliga hängen sie jetzt doch mehr oder weniger fest. Es hätte mich schon echt interessiert wie sie sich in der Bundesliga geschlagen hätten. Es war auf jeden Fall eine extrem schöne Zeit in Salzburg.

Es war auf jeden Fall eine extrem schöne Zeit in Salzburg.
erinnert er sich an die Zeiten im Salzburger Dress

fanreport.com: Das Engagement von Red Bull im Fußball wurde bereits in Österreich vor allem zu Beginn heiß diskutiert. RB Leipzig polarisiert in Deutschland nochmal mehr. Wie sieht deine Meinung dazu aus?

Das ist eine Entwicklung die im Fußball nicht mehr aufzuhalten ist. Geld ist im Fußball sehr wichtig geworden. Hoffenheim war damals zwar ähnlich aufgebaut, aber in Hoffenheim ist es aus meiner Sicht eine ganz andere Herangehensweise. In Deutschland gibt es aber mehr Vereine, die viel Geld haben, es kommt auch immer darauf an wie man damit wirtschaftet.

fanreport.com: Hoffenheim hatte zu deiner aktiven Zeit ein ähnliches Image – wie nimmt man das als Spieler wahr?

Bei uns war es auch ein riesen Aufschrei. Was die Fans da zum Teil abgezogen haben war schon heftig – Ein Fadenkreuz mit dem Kopf von Dieter Hopp zum Beispiel, da waren schon unschöne Aktionen dabei. Wir Spieler haben immer versucht, solche Sachen nicht zu nah an uns heranzulassen. Die Sachen die passiert sind waren zwar heftig, sind aber mit der Zeit weniger geworden. Bei uns war es auch so, dass der Mäzen (Anm. Dietmar Hopp) mit vollem Herzblut dahintergestanden ist. ist und ihm das Thema Nachhlaltigkeit sehr wichtig ist. Aus meiner Sicht ist das auch ein anderer Ansatz. Er ist eine unglaubliche Bereicherung für die Region und die Liga.

fanreport.com: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Michael Höpp
Michael Höpp - Administrator
michael.hoepp@fanreport.at

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