Strasser: "Bin froh, dass ich aus schwarzem Loch raus bin!"

01.11.2016

Pirmin Strasser Fotocredit: Pirmin Strasser Facebook / Instagram
Verletzungspech bei Almeria, schwere Zeiten in Grödig. Jetzt Kiwis, Strände, Selbstvertrauen und der Traum nach der Champions League!
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Ich hoffe Neuseeland bleibt nicht meine letzte Auslandsstation.
Pirmin Strasser zu seiner Karriereplanung
fanreport.com: Der Verdienst wird vermutlich durch die Bank nicht auf österreichischem Niveau liegen. Sind alle Kicker deines Teams Vollprofis und wie lebt es sich als Profi im tendentiell teureren Neuseeland?

Pirmin Strasser: Die meisten meiner Mannschaftskollegen sind nebenbei als Nachwuchstrainer tätig. Ich trainiere auch ein- bis zweimal die Woche Nachwuchskeeper! Das ist aber mehr Spaß als Arbeit. Ich darf mich insgesamt nicht beschweren. Da ich absoluter Wunschspieler von unserem Trainer Chris Milicich war, habe ich für neuseeländische Verhältnisse einen sehr guten Vertrag.

fanreport.com: Was haben eigentlich Freunde, Freundin & Familie zu deinem Wechsel gesagt?

Pirmin Strasser: Meine Freunde haben sich sehr gefreut für mich. FaceTime, Whatsappcall etc. machen die Kommunikation ganz leicht. Außerdem war ich schon mal vier Jahre in Spanien. Die kennen die Situation schon. Meine Freundin hat sich sehr gefreut, weil sie im Sommer ihr Studium abgeschlossen hat und der Zeitpunkt perfekt war um mitzugehen. Ihr gefällt hier in Auckland mit mir auch sehr gut! Zu meiner Familie: Letztes Jahr ist meine Mama verstorben. Das war bzw. ist hart für mich und darum ist die Veränderung für mich aus privaten Gründen ganz gut! Meine Geschwister, Oma, Opa, Onkeln etc. haben sich - glaube ich - auch sehr gefreut für mich. Ich bin zwar am anderen Ende der Welt, aber nicht aus der Welt. Meine Schwester ist selbst aus beruflichen Gründen in Florida. Für uns ist das nichts Neues, dass wir so weit voneinander entfernt sind. Sie wird mich aber bald mal besuchen kommen.


fanreport.com: Nach Almeria, wo dich eine langwierige Verletzung zurückgeworfen hat, bist du mit Waitakere nun ein zweites Mal im Ausland. In Grödig wurde nicht durchgehend auf dich gesetzt - was braucht es aus deiner Sicht zum absoluten Durchbruch auf höchstem Niveau?

Pirmin Strasser: In Almeria hab ich wirklich Pech gehabt. Gerade als es gut lief, habe ich mich schwer verletzt und war dann für fast zwei Jahre out. Das war bitter, aber das ist Gott sei Dank alles wieder gut. Grödig war nicht einfach für mich.
Die vier Jahre Spanien haben mir sehr viel gebracht - sportlich und auch privat.
Strasser über seine Zeit bei UD Almeria
Als ich aus Spanien zurück nach Grödig kam, war Cican Stankovic in sehr guter Form und hat wenig Fehler gemacht, sodass es nie einen Grund für einen Tormannwechsel gab. Das zweite Jahr sollte dann eigentlich ganz anders laufen. Warum ich damals nicht als Nummer eins in die Saison gegangen bin, kann ich mir schwer erklären. Ich habe in der Vorbereitung eigentlich alles richtig gemacht und bin davon ausgegangen, die Nummer eins zu sein. Aber naja, ich hab' dann in der 14. Runde meine Chance bekommen und auch sicher sehr viele gute Spiele gemacht. Nach elf Spielen wurde ich wieder rausgenommen. Eine für mich damals fragwürdige Entscheidung! Ich muss ehrlich sagen, es ist zu dieser Zeit vieles nicht so gut gelaufen und ich bin froh, dass ich aus dem schwarzen Loch raus bin und wieder volles Vertrauen in mich selbst habe.

fanreport.com: Abseits des Rasens: Wie lebt es sich in Neuseeland und wie kann man sich deinen Alltag vorstellen?

Pirmin Strasser: In erster Linie bin ich Fußballprofi. Das heißt ich arbeite auch an freien Tagen an meiner Fitness. Aber es bleibt trotzdem genügend Zeit um das Land kennenzulernen. Meine Freundin Christiane und ich lieben es, hier an die schönsten Strände zu fahren. Ab und zu fahren wir mit der Fähre von Devonport nach Auckland City und verbringen den Tag dann dort. Stylische Cafés, nette Restaurant - der Lifestyle hier in NZ ist "not bad".

fanreport.com: Inwieweit ist dein Weißwein- und Lammfleischkonsum seit deiner Zeit in Neuseeland exponentiell gestiegen? Was sind für dich die bisherigen Highlights in Neuseeland?
 
Pirmin Strasser: Mein Kiwi-Konsum ist gestiegen! Ein Highlight war sicher mein erstes Spiel für WU als wir Auckland City 1:0 geschlagen haben. Aber auch die schöne Natur hier rund um Auckland ist der Wahnsinn. Piha Beach oder Bethells Beach sind tolle Strände, an denen ich gerne mal einen Nachmittag verbringe.

fanreport.com: Mit Diego Alves (aktuell beim FC Valencia) hattest du in Almeria einen prominenten Torhüter-Kollegen - war sein Karriereweg für dich abzusehen? Was nimmt man von solchen Kollegen mit?

Pirmin Strasser: Als ich von Almeria verpflichtet wurde, war Diego Alves schon ein Keeper, der in La Liga stark umworben war. Ich hatte noch ein halbes Jahr mit ihm gemeinsam, bevor er zu Valencia wechselte. Es war nicht wirklich überraschend, dass er einmal einer der Top-Torhüter in La Liga sein wird. Ich glaub' ich hab in der Zeit mit ihm so einiges gelernt, aber nicht nur die sechs Monate mit Alves waren sehr lehrreich. Die vier Jahre Spanien haben mir sehr viel gebracht - sportlich und auch privat.

fanreport.com: Verfolgst du die gute Regionalliga-Entwicklung des SV Grödig weiterhin?

Pirmin Strasser: Nein, das verfolge ich nicht wirklich. Hin und wieder sehe ich auf Facebook, dass sie gewonnen haben, aber wirklich beschäftigen tu ich mich damit nicht. Ich muss aber sagen, dass es mich für die Familie Haas freut, wenn es gut läuft beim SVG. Auch wenn die letzten zwei Jahre für mich nicht so waren, wie ich es mir vorgestellt hatte, bin ich Christian Haas dankbar. Er hat an mich geglaubt und mir die Möglichkeit gegeben, in der Bundesliga zu zeigen, dass es mich auch gibt! 


fanreport.com: Wäre für dich eine Rückkehr nach Österreich in die Bundesliga vorstellbar oder siehst du dich weiterhin im Ausland?

Pirmin Strasser: Die Österreichische Bundesliga ist eine starke Liga. Ich glaub' ich hab gezeigt, dass ich dort sicher spielen kann und mich würde es freuen, wenn ich noch einmal die Chance bekomme. Es ist für mich aber schon auch sehr reizvoll im Ausland Fußball zu spielen und immer wieder neue Kontakte zu knüpfen und auch einen "anderen" Fußball kennenzulernen. Ich hoffe Neuseeland bleibt nicht meine letzte Auslandsstation.

fanreport.com: Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute in Neuseeland!



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Paul Reiter
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