„Langfristig steht das Traineramt im Vordergrund"

09.05.2018

Andreas Scherer 2 Fotocredit: Johannes Posani
Mit 23 Jahren bereits Spielertrainer: Andreas Scherer spricht in Teil 2 unseres fanreport.com-Interviews über die Aussagekraft einer Grundordnung, wie lange er seine Doppelfunktion ausüben möchte und ob er sich selbst immer aufstellt.
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fanreport.com: Stellt der Trainer Scherer den Spieler Scherer immer auf?

Scherer: Der Trainer Scherer stellt den Spieler Scherer nicht immer auf (schmunzelt). Es kann vorkommen, dass ich das Gefühl habe, dass in einem Spiel ein anderer Spieler der Mannschaft mehr helfen kann als ich. Da hat es in dieser Saison bereits folgende Situation gegeben: Andreas Tripolt war zu Saisonbeginn in der Polizeischule, konnte also nie trainieren und war nur am Wochenende da. Im ersten Saisonspiel gegen Tamsweg war er daher auf der Ersatzbank, in der zweiten Hälfte ist der reingekommen und hat zwei Tore gemacht. Da er wieder nicht trainieren konnte, wollte ich ihn im nächsten Spiel wieder auf die Ersatzbank setzen. Kurz vor dem Spiel hatte ich dann aber das Gefühl, ihn spielen lassen zu müssen. Ich habe mich dann dazu entschieden, ihn aufzustellen und mich stattdessen auf die Ersatzbank zu setzen. Das hat gut funktioniert. Er hat drei Tore geschossen und wir haben 3:0 gewonnen.

fanreport.com: Wann überlegst du dir deine Halbzeitansprachen? Wirst du in der Kabine auch manchmal laut?

Scherer: Ich nehme mir unter dem Spiel definitiv nicht die Zeit, zu überlegen was ich in der Halbzeit ansprechen werde. Ich will auch in der Halbzeit nicht 15 Minuten durchreden. Ich spreche zwei, drei Punkte konkret an, die nicht funktioniert haben, was wir ändern, was gut funktioniert hat. Ich gebe dann einen Ausblick auf die zweite Hälfte, wie wir das Spiel anlegen wollen. Ich bin auch schon einmal etwas lauter geworden, aber das soll immer im Rahmen bleiben.

fanreport.com: Welchen Fußball lässt du beim UFC Eben spielen?

Scherer: Wir haben unsere Grundordnung in den letzten vier Wochen sehr stark verändert. Die neue Grundordnung klingt zunächst sehr defensiv, aber das sagt nicht immer alles aus. Entscheidend ist, wie ich mit und gegen den Ball spiele. Meiner Meinung nach kann man mit einer defensiven Grundordnung auch offensiven Fußball spielen.

fanreport.com: Wie sieht die neue Grundordnung aus?

Scherer: Das will ich nicht verraten. Nur so viel: Bei uns gibt es oft zwei Grundordnungen: Eine für die Defensive und eine für die Offensive. Bei mir stehen zwei Spielsysteme am Matchplan. Mit der neuen Grundordnung waren wir zuletzt sehr erfolgreich. Die Mannschaft hat das, was ich mir vorgestellt habe, in den letzten Spielen sehr gut umgesetzt. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass du das, was du vorhast, der Mannschaft gut vermittelst und dass die Mannschaft als Einheit versucht, das umzusetzen.

Andreas Scherer 1
Voller Einsatz: Andreas Scherer im Dress des UFC Eben.
Fotocredit: Fussball-Impressionen vom Salzburger Unterhaus
 

fanreport.com: Lässt du die Mannschaft nun eher defensiv oder offensiv agieren?

Scherer: Wir schauen, dass wir in der Defensive kompakt stehen und uns mannschaftstaktisch gut verhalten. Offensiv bin ich danach aus, dass wir bei Ballgewinn schnell umschalten. Wir haben vorne sehr hohe Qualität. Wir sind darauf bedacht, die Spieler so einzusetzen, wie wir wissen, dass sie uns am meisten helfen.

fanreport.com: Du bist jetzt seit gut eineinhalb Jahren Spiertrainer. Wie lang kannst du dir die Doppelfunktion vorstellen?

Scherer: Ich habe jetzt keine genaue Vorstellung darüber, wie lange ich Spieler sein will oder ab welchem Alter ich nur mehr Trainer sein möchte. Darüber mache ich mir derzeit auch nicht so viele Gedanken. Die derzeitige Konstellation beim UFC Eben in der 2. Landesliga passt für mich perfekt. Sollte ich einen Schritt nach oben gehen, würde ich definitiv nur eine Funktion ausüben wollen. Langfristig gesehen steht für mich das Traineramt im Vordergrund.

fanreport.com: Welche Trainerausbildung hast du bislang durchlaufen und welche möchtest du noch machen?

Scherer: Ich hab den Kindertrainer gemacht, dann den Jugendtrainer. Und jetzt habe ich im vergangenen Jahr die Ausbildung zur B-Lizenz gestartet, war auf Trainerkurs in Lindabrunn, im Sommer ist die Prüfung. Die A-Lizenz wäre dann der nächste Schritt. Meine erste Trainertätigkeit habe ich mit 16 Jahren angefangen.

fanreport.com: Wo soll die Reise des UFC Eben hingehen?

Scherer: Kurzfristig wollen wir in der aktuellen Spielzeit die Liga halten. Mir wäre wichtig, dass wir den Klassenerhalt so früh wie möglich fixieren. Auf so einen spannenden Abstiegskampf wie im letzten Jahr kann ich liebend gerne verzichten. Mittelfristig ist es noch nicht definitiv fix, dass ich in Eben bleiben werde. Da sind wir derzeit noch in Gesprächen. Es gibt gewisse Voraussetzungen, die für mich passen müssen, damit ich bleibe. Ich sehe zum Beispiel in der Kaderbreite dringenden Handlungsbedarf.  

fanreport.com: Bis wann willst du Klarheit haben?

Scherer: Natürlich wollen wir so früh wie möglich Klarheit schaffen. Ich denke, dass bis Mitte Mai eine Entscheidung da sein wird.

fanreport.com: Ist es möglich, dass der Trainer Scherer zurücktritt, der Spieler Scherer aber bleibt oder umgekehrt?

Scherer: Ich könnte einmal versuchen, als Trainer Scherer den Spieler Scherer aus dem Kader zu werfen (schmunzelt). Im Ernst: Es ist für mich nicht denkbar, in Eben nur als Spieler, aber nicht mehr als Trainer zu sein.

Johannes Posani
Johannes Posani - Chefredakteur
johannes.posani@fanreport.at

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