„Die Sehnsucht nach Fußball war sehr groß“

14.12.2020

Interview
Christoph Ivanusch vom Völser SV spricht im fanreport.com-Interview über den Besucher-Andrang im Herbst, über die Lehren der Corona-Pandemie und seinen größten sportlichen Wunsch.
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fanreport.com: Wie hast du den Meisterschaftsherbst unter den Corona-Auflagen erlebt? Hat die Organisation reibungslos geklappt, habt ihr als Mannschaft damit gut umgehen können und inwiefern war es heuer im Herbst doch anders zu spielen?

Ivanusch: Ich war eigentlich positiv überrascht darüber, wie der Meisterschaftsherbst abgelaufen ist. Um ehrlich zu sein, habe ich nämlich lange gedacht, dass heuer gar nicht mehr gespielt oder bald wieder abgebrochen wird. Entgegen meinen Erwartungen haben wir aber doch 13 von 15 Spielen absolvieren können und die Stimmung war richtig gut.

Ich hatte sowohl bei den Spielern als auch bei den Zuschauern den Eindruck, dass die Sehnsucht nach Fußball sehr groß war. Das hat man definitiv gespürt und dementsprechend groß war der Andrang bei den ersten Spielen, die noch ohne strikte Beschränkungen der Besucherzahl über die Bühne gegangen sind. Aber natürlich hat es auch einige knifflige Momente gegeben, speziell die kurzfristigen Spielverschiebungen aufgrund von Corona-Verdachtsfällen oder Ähnlichem waren schon teils recht mühsam. Auch uns hat es da leider das ein oder andere Mal erwischt. Es ist aber fast allen Teams so gegangen und man muss einfach lernen, damit umzugehen.

fanreport.com:  Wie hältst du dich aktuell fit, wie ist der Kontakt mit der Mannschaft?

Ivanusch: Planmäßig wären wir eigentlich noch im Dezember in eine erste Vorbereitungsphase gestartet. Aus bekannten Umständen ist das natürlich derzeit nicht möglich. Daher müssen wir individuell im konditionellen Bereich an uns arbeiten. Für mich bedeutet das drei bis vier Ausdauer-Einheiten pro Woche und mehrmals wöchentlich Kräftigungsübungen.

Der Kontakt zur Mannschaft besteht natürlich ständig über Whats-App. Das ist ja derzeit auch fast die einzige Möglichkeit, da die persönlichen Kontakte möglichst reduziert werden sollen.

fanreport.com: Zum Sportlichen: Wie zufrieden warst du mit den bisherigen Spielen, wo ist noch Luft nach oben, was war gut?

Ivanusch: Grundsätzlich blicke ich recht zufrieden auf den Herbst zurück. Wir haben uns definitiv weiter gefestigt und einige gute Leistungen zeigen können. Dabei haben uns sicher auch jene Spieler geholfen, die bereits letzten Winter oder im Sommer zur Mannschaft gestoßen sind. Da hat vieles schon ziemlich gut geklappt, wie ich finde. Aber es gibt mit Sicherheit auch noch großes Verbesserungspotenzial. Wir haben nämlich einige Punkte ziemlich leichtfertig liegen gelassen. Das müssen und wollen wir in Zukunft verhindern.

fanreport.com: Rechnest du damit, dass die Meisterschaft heuer im Frühjahr fortgesetzt werden kann oder würdest du unter Umständen auch einen Abbruch verstehen?

Ivanusch: Die derzeitige Lage verändert sich ja beinahe wöchentlich. Dementsprechend fällt es mir sehr schwer, eine Prognose für das Frühjahr abzugeben. Ich denke aber schon, dass gespielt werden wird. Ob der Anpfiff wie geplant im März schon stattfindet oder erst später, weiß derzeit vermutlich niemand. Das hängt wohl einzig und alleine vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Ich denke, da heißt es jetzt einfach abwarten und Schritt für Schritt vorgehen. Ob die Fortsetzung der Meisterschaft dann möglich ist oder ob wieder abgebrochen wird, müssen dann andere entscheiden. Ich persönlich hoffe natürlich, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen und im Frühjahr wieder gespielt werden kann.

fanreport.com:  2020 war definitiv kein Jahr wie jedes andere: Wie fällt dein Rückblick auf diese außergewöhnliche Zeit aus?

Ivanusch: Das war auf jeden Fall ein außergewöhnliches und vor allem sehr herausforderndes Jahr. Es hätte sich vor zwölf Monaten wohl keiner gedacht, was da auf uns zukommen wird. Mir hat 2020 jedenfalls gezeigt, wie schnell sich Dinge ändern können und Selbstverständliches wie beispielsweise Freunde und Familie zu treffen oder Fußballzuspielen, plötzlich zu etwas nicht mehr so Selbstverständlichem werden kann. Dazu hat sich meiner Meinung nach gezeigt, wie wertvoll bestimmte Menschen und Berufsgruppen sind, die sonst nicht im Rampenlicht stehen oder teilweise sogar eher belächelt werden. Ich hoffe, dass es hier ein gewisses Umdenken gibt.

fanreport.com: Was wünscht du dir für das Frühjahr? Sowohl sportlich wie auch abseits des Rasens, Stichwort Corona?

Ivanusch: Erstens hoffe ich natürlich, dass wir die Corona-Pandemie endgültig in den Griff bekommen. Mit diesem Wunsch bin ich vermutlich nicht alleine. Hoffentlich können im Zuge dessen auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen dieser Krise abgefedert werden. Ich denke, das würde allen Menschen dieser Welt vermutlich eine große Last abnehmen.

Die Eindämmung der Pandemie ist eigentlich auch mein größter sportlicher Wunsch für das Frühjahr 2021, denn dann könnten wir auch fußballerisch wieder voll durchstarten. Eines ist mir nämlich während dem zweiten Lockdown wieder sehr klar geworden: ich vermisse die Zeit mit den Mannschaftskameraden und auch mit meiner Nachwuchsmannschaft als Trainer sehr. Dementsprechend hoffe ich auf ein baldiges und gesundes Wiedersehen mit allen im neuen Jahr. Diesen Wunsch möchte ich auch so an alle Leserinnen und Leser weitergeben.

fanreport.com: Vielen Dank für das Gespräch.

Johannes Posani
Johannes Posani - Administrator
johannes.posani@fanreport.at

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