"Mich interessiert die Spitze"

08.08.2015

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Neo-Altenmarkt-Trainer Andreas Radakovits steckt die Ziele vor dem Auftakt zur ÖFB Frauen Bundesliga bewusst hoch. Spielen lässt er schnell und flach, hinaus will er hoch. fanreport.com bat den Futsal-Befürworter und A-Lizenz-Trainer zum Interview.
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 In der Vorsaison belegte der Dritte der ÖFB Frauen Bundesliga von 2014, SKV Altenmarkt, den siebenten Platz. Zwar holte "Interimstrainer" Kurt Hoffer, ein enger Freund von Manager Otto Satran, noch solide zwölf Punkte - Altenmarkt wurde sechstbestes Rückrundenteam - summa summarum blieben die Niederösterreicherinnen aber hinter den Erwartungen.

Ziele: hoch, Pässe: flach
 
In diesem Sommer blieb im Triestingtal jedoch kaum ein Stein auf dem anderen. Der Kader wurde kräftig umgebaut. Teilweise aus der "Not", weil Topstürmerin Viktoria Pinther nach St. Pölten abwanderte. Hauptsächlich aber, um den Kader zur verbreitern und wieder an den größten Erfolg der Vereinsgeschichte anzuschließen. Ex-Nationaltorfrau Jasmin Pfeiler, Christine Schiebinger, Ulrike Schaupp, Chiara Schaub, Adina Hamidovic, Ivana Feric und Laura Krumböck sollen auf dem Weg dahin wichtige Rollen einnehmen.

Eine nicht minder wichtige Rolle hat aber Neo-Coach Andreas Radakovits. Der A-Lizenz-Inhaber, der auf Futsal und Life Kinetik schwört und schon unter Peter Stöger als Profi-Trainer arbeitete, kam im Sommer von Zweitligist Wiener Neustadt. fanreport.com hat den 49-Jährigen im Vorfeld des Saisonauftakts gegen Südburgenland (Sa., 17:30 Uhr) vors Mikrofon gebeten. Radakovits spricht dabei über seinen untypischen Zugang zum Frauenfußball, den "richtigen" Hallenfußball und hochgesteckte Ziele und flache Zuspiele.

fanreport.com: Andreas, du bist vieles, aber kein Frauenfußball-Neuling und hast schon einige Erfahrung bei Zweitligist Wr. Neustadt gesammelt. Erinnerst du dich überhaupt noch, wie du damals dazu gekommen bist, Frauen zu trainieren?
Andreas Radakovits: Ich habe im Grunde von der ersten Stunde an die Damen-Futsal-Mannschaft der Murexin Allstars betreut. Irgendwann haben mich die Mädels einmal gefragt, ob ich sie nicht auch im Verein, in Gloggnitz, trainieren wolle.

fanreport.com: Und du hast sofort zugesagt?
Radakovits: Nein. Erst, als sich Gloggnitz dann in Wr. Neustadt aufgelöst hatte und auch fortan dort spielte, habe ich zugesagt.

fanreport.com: Welche Erfahrungen hast du gesammelt?
Radakovits: Tolle Erfahrungen! Die Herangehensweise ist eine völlig andere. Wie man mit einer Dame spricht, was man beim Training, in der
Einen Bundesliga-Verein zu trainieren ist eine Ehre
Andreas Radakovits
Besprechung und nach dem Spiel sagt, unterscheidet sich grundlegend von dem, wie man mit Herren oftmals umgeht. Auch deshalb bin ich gerne beim Frauen-Fußball geblieben.

fanreport.com: Als Altenmarkt angefragt hat, war die Entscheidung also keine schwere?
Radakovits: Einen Bundesliga-Verein zu trainieren ist eine Ehre. Ich habe es bislang nicht bereut und werde es auch nicht bereuen, denn Altenmarkt hat extrem viel Qualität. Vielleicht sieht man davon in dieser Saison noch nicht alles, aber die zahlreichen U-Nationalspielerinnen haben großes Potenzial.

fanreport.com: Wie sieht eure Zielsetzung aus? Satran sprach davon, die zweitbeste Mannschaft in Niederösterreich zu werden!
Radakovits: Was die Mädels betrifft, habe ich sie gebeten, ihre Ziele auf einen Zettel zu schreiben. Diese werde ich in der ersten größeren Nationalteam-Pause öffnen und analysieren. Ich selbst bin extrem ehrgeizig. Spratzern ist nicht zu erreichen, soviel ist für mich klar. Aber der zweite Tabellenplatz berechtigt kommende Saison zur Champions-League-Teilnahme. Warum sollten wir diesen nicht erreichen?

fanreport.com: Neulengbach und die Grazer Klubs werden sicherlich auch ein Wörtchen mitreden wollen.
Radakovits: Ich sehe Sturm ein paar Prozentpunkte vor Altenmarkt, und Neulengbach auf Augenhöhe. Wenn wir ein bisschen Glück haben, können wir es schaffen. Wir werden jetzt sicher belächelt werden, aber ich setze mir lieber höhere Ziele, ich bin sehr ehrgeizig. Mich interessiert die Spitze.

fanreport.com: Altenmarkt stand im Vorjahr im Cup-Semifinale. Ein weiteres Ziel, das es zu schlagen gilt?
Radakovits: Im Cup ist alles möglich. Es ist nur ein Spiel. Du kannst in Runde zwei gegen einen Zweitligisten rausfliegen, du kannst aber auch im
Wir werden sicher belächelt werden, aber ich setze mir lieber höhere Ziele, ich bin sehr ehrgeizig
Altenmarkt greift nach Rang 2
Halbfinale Losglück haben, Spratzern aus dem Weg gehen, und ins Finale kommen. Wir wollen ins Endspiel!

fanreport.com: Wie lief die Saisonvorbereitung?
Radakovits: Mit Ausnahme der Verletzungen von Hamidovic, die sich nach ihrem Seitenbandriss im Aufbautraining befindet und Ujzvari, die einen Kreuzbandriss erlitt, lief die Vorbereitung sehr zufriedenstellend. Bei einem Turnier kürzlich in Salzburg, haben wir in 2,5 Stunden Spielzeit kein Gegentor erhalten und das Turnier gewonnen.

fanreport.com: Defensive ist also weiterhin Trumpf in Altenmarkt?
Radakovits: Mit Sarabokova, Kolenova, Mravikova und Zubkova habe ich auf den beiden Innenverteidiger- und den beiden Sechserpositionen große Qualität. Die Defensive ist exzellent. Da geht kaum etwas durch. In der Offensive gibt es noch Potenzial. Ich habe quirlige, schnelle Spielerinnen, muss aber sagen, dass sich die große Knipserin erst noch herauskristallisieren muss. Ansonsten will ich schönen Fußball spielen und über die beiden Sechser aufbauen. Hohe Bälle will ich keine, das sind Notbälle.

fanreport.com: Zum Auftakt wartet mit Südburgenland ein Gegner, der seit rund 9 Monaten kein Spiel gewonnen hat.
Radakovits: Ich bin sehr zuversichtlich, was die Auftaktpartie betrifft. Vor allem, wenn wir so spielen, wie beim Turnier in Salzburg.

fanreport.com: Wie siehst du die Entwicklung im österreichischen Frauen-Fußball.
Radakovits: Die Entwicklung war in den letzten Jahren rasant, was aber auch nicht die größte Überraschung war, denn das Ausgangsniveau war eher bescheiden. Vor einigen Jahren hatte es noch gereicht, wenn man den Ball getroffen hat. Die heutige Jugend wächst im Burschenfußball und mit gezielter Ausbildung auf. Die jungen Spielerinnen sind den routinierten Kolleginnen, was Technik, Ballmitnahme, Tempodribbling betrifft, meilenweit voraus.

fanreport.com: Frauen-Fußball ist also attraktiv?
Radakovits: Ich wehre mich dagegen, zu sagen, er sei es nicht!

fanreport.com: Sprechen wir zum Schluss über eines deiner Lieblingsthemen: Futsal. Was macht diese Sportart aus?
Radakovits: Ich bin seit der ersten Minute beim Futsal dabei. Das Spiel ohne Bande und mit dem sprungreduzierten Ball ist allgemein super, besonders für die Jugend ist es in der Ausbildung aber unerlässlich. Nirgendwo sonst kann man die Handlungsschnelligkeit so sehr schulen. Gott sei Dank stellen langsam alle auf den Futsal um, aber vom ÖFB dürfte in den nächsten Jahren ruhig noch etwas mehr kommen.

fanreport.com: Vielen Dank für das Gespräch. Alles Gute für die Saison.
Kevin Bell
Kevin Bell - Redakteur
kevin.bell@fanreport.at

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